ALTUSRIEDER HELDEN I






1964

GÖTZ VON BERLICHINGEN

Inhalt

1964

Spielleiter: Josef Zimmermann

Erstmalig auch Nachtaufführungen

 

Zum Stück

400 Mitspieler machen sich im Sommer 1964 daran, den 1949 schon einmal so erfolgreichen aufgeführten „Götz von Berlichingen“ neu zu inszenieren. Nicht nur die moderne Inszenierung und die aufwendigen Bühnenbauten ziehen die Zuschauer diesmal in ihren Bann. Zum ersten Mal finden an den Spiel-Samstagen auch Nachtaufführungen statt.

Sie stoßen auf so große Begeisterung bei den Zuschauern, dass sie zum festen Bestandteil der Freilichtspiele werden.

Der Götz-Darsteller Otto Bertele (Gruppenbild Mitte) weiß zu dieser Zeit noch nicht, dass er 27 Jahre später noch einmal „Eiserne Faust“ anlegen und die Hauptfigur in Goethes Drama spielen wird.

Die Altusrieder spielen bei ihren Aufführungen nicht nur für die Zuschauer, sondern auch immer ein bisschen für sich selbst. Deshalb darf der Spaß trotz allem Perfektionismus nicht zu kurz kommen.
So durchlebt Weislingen-Darsteller Hans Sitka (oben links) einmal eine Aufführung unter Hochspannung – seine Schauspielerkollegen hatten ihm nämlich Rizinus in einen Krug gefüllt, den er auf der Bühne leeren musste.






1959

ANDREAS HOFER

Inhalt

1959

Spielleiter: Josef Zimmermann

Neuinszenierung mit neuer Textvorlage

 

Zum Stück

Mit dem „Tell“, dem „Götz“ und dem „Hofer“ hatten die Altusrieder „ihre“ drei Helden gefunden, deren Leben sie nun abwechselnd auf die Freilichtbühne bringen. Im Sommer 1959 ist anlässlich des 150. Todestages des Tiroler Freiheitskämpfers zum dritten Mal „Andreas Hofer“, der für seine Verbündeten jeweils an Sonn- und Feiertagen sein Leben lässt.

Dabei verlassen sich die Altusrieder nicht auf bisher erfolgreiche Inszenierungen. Regisseur Josef Zimmermann sucht sich den Text von Alois J. Lippl aus, und schneidet ihn auf die Altusrieder Verhältnisse zu. Das Engagement zahlt sich aus. 100.000 Zuschauer wollen die Geschichte um Hofer und Napoleon, Freiheitsdrang und Verrat auf der Altusrieder Naturbühne sehen – ein bisher unerreichter Zuschauerrekord. Der Ruf der Altusrieder Freilichtspiele dringt dabei bis über die Landesgrenzen nach Tirol, von wo sogar Dankesbriefe der Regierung eintreffen.

Und auch ihr Improvisationtalent können die Freilichtspieler, die zu diesem Zeitpunkt ja immerhin schon auf eine 80-jährige Tradition zurückblicken, unter Beweis stellen. Denn nachdem Napoleon und Scheurer, der Schmied, erkranken, springen andere Schauspieler ein – ohne dass die Zuschauer etwas merken.






1954

WILLHELM TELL

Inhalt

1954

Spielleiter: Josef Zimmermann

Spielort: Naturbühne am Riedbach, überdachte Tribüne

 

Zum Stück

Der verregnete Sommer 1952 reißt wegen geringer Zuschauerzahlen bei den Freilichtspielen ein großes Loch in die Gemeindekasse. Da liegt die Entscheidung nahe, das Tell-Stück noch einmal aufzuführen. Denn die gleiche Rollenbesetzung, bereits geschneiderte und angepasste Kostüme sowie die vorhandenen Kulissen halten den Aufwand in Grenzen.

Und man hofft nicht zu Unrecht – sollte diesmal das Wetter mitspielen – auf großen Zuschauerandrang. Denn die Resonanz auf die letzte Inszenierung war durchweg positiv. So schrieb beispielsweise die Süddeutsche Zeitung: „Das ist die Besonderheit des Altusrieder Spiels, es wird den Darstellern so zur Wirklichkeit, dass einzelne Szenen, wie die des Apfelschusses und des Todes Geßlers, echte Tränen und zornige Erregung auslösen“.

Und die Schwäbische Landeszeitung konnte sich der Zustimmung der Altusrieder gewiss sein, als sie in einem Titel den Gemeinschaftsaspekt der Freilichtspiele betonte: „Soll man einzelne Namen nennen, lobend oder kritisierend, hier, wo die Gemeinschaft triumphiert? Es wäre müßig, denn in ihrer Gesamtheit erreichen die Altusrieder Tellspieler das Herz des Volkes“.






1952

WILLHELM TELL

Inhalt

1952

Spielleiter: Josef Zimmermann

Spielort: Naturbühne am Riedbach, überdachte Tribüne.

 

 

Zum Stück

Ganz der inzwischen schon 75 Jahre alten Tradition folgend, nehmen sich die Altusrieder auch im Spieljahr 1952 wieder die Geschichte eines Helden vor, der sein eigenes Leben aufs Spiel setzt, um für Freiheit und Gerechtigkeit zu kämpfen. Sein Name diesmal: Wilhelm Tell.

Der „Tell“  wird damit zum dritten Kernstück des Altusrieder Spielplans und außerdem zu einem besonderen Favoriten der Marktgemeinde. Der Reiz, der von dem Schweizer ausgeht, rührt möglicherweise daher, dass Tell der einzige der Altusrieder Helden ist, der seinen Kampf überlebt.

Und noch eine Besonderheit verbindet sich mit diesem Spiel: „Wilhelm Tell“ ist das erste Stück, das auf der von Tell-Darsteller Clemens Klüpfel neuentdeckten Naturbühne am Riedbach gespielt wird – bis heute die großartige Kulisse für alle weiteren Freilichtspiele.

Trotz guter Vorzeichen – Happyend und neue Bühne – stehen die Aufführungen 1952 unter keinem guten Stern. Etliche Vorstellungen fallen dem total verregneten Sommer zum Opfer. Und dann wird einer der Darsteller auch noch vom Pfeil Tells beim Apfelschuss verletzt – denn 1952/54 wird noch scharf geschossen!






1949

GÖTZ VON BERLICHINGEN

Inhalt

1949

Spielleiter: Dr. Otto Eberler

Zuschauer: 82.000 Besucher – Rekord

 

Zum Stück

Der Zweite Weltkrieg legt auch in Altusried das öffentliche Leben weitgehend lahm und so senkt sich auf der Freilichtbühne bis auf weiteres der letzte Vorhang. Zwei Theaterbesessene, der Gastwirt und Metzgermeister Clemens Klüpfel und Rechtsanwalt Dr. Otto Eberler, sind fest entschlossen, diese Tradition wieder aufleben zu lassen. 1949 ist es dann soweit: Dank ihres Engagements und der Unterstützung des Bürgermeisters Georg Krug wird wieder gespielt.

 

„Götz von Berlichingen“ steht anlässlich des 200. Geburtstages Goethes auf dem Programm. Das Jubiläum ist aber nicht der einzige Grund der für dieses Stück spricht. Man braucht vor allem eines ohne große Schlachtszenen, nachdem die Alliierten Kanonen und Gewehre verboten haben.

Sogar ein Nachkomme des Urgötz lässt es sich nicht nehmen, einen wichtigen Teil seiner Familiengeschichte in Altusried zu sehen.

Gespielt wird vom 28. August bis Ende September mit überwältigendem Erfolg: 82 000 Zuschauer aus ganz Süddeutschland bestaunen in elf Aufführungen die grandiose Kulisse der „Höllenwiesen“, auf der 400 Mitwirkende, darunter 80 Reiter, das Goethe-Drama lebendig werden lassen.

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